Die Kirchweih hat eine übergeordnete Bewandtnis

Mit der Ausrichtung der Kirchweih waren fast überall die jungen Burschen beauftragt, hier und da gesellten sich auch junge Frauen dazu, wenn es an die Vorbereitung ging. Im Saarland hatte es sich übrigens eingebürgert, die Kirchweih am gleichen Tag zu feiern, an dem die Kirche seinerzeit auch eingeweiht worden war. Da dieses ehrwürdige Datum aber im Laufe der Jahre mitunter in Vergessenheit geriet, einigte man sich schließlich auf den Martinitag mit der Martinikirmes in der ersten Novemberhälfte – vielerorts schon viel zu kalt dafür, um noch in Sommerlaune zu geraten, doch früh genug, um noch genügend Abstand zur Weihnachtszeit zu haben. Im Fränkischen und in der Oberpfalz gehört zur Kirchweih auch ein Kirchweihbaum, der ähnlich dem Maibaum andernorts geschmückt wird, mit dem es aber eine etwas andere Bewandtnis hat. Gerade auf seine Zartheit kommt es an, peinlich wird darauf geachtet, dass seine feine Spitze nur nicht abbricht und zu diesem Zweck muss er genauso gut behütet werden wie der vielleicht etwas flatterhaftere Maibaum. Und etwas höher ist er auch, was man schon daran sieht, dass er viel länger braucht, um aufgestellt zu werden. In jedem Falle ist die Kirchweih, und auch der Baum im Glauben fest verankert.